Vortrag: Prof. Peter Raue “Kunst und Markt – eine Mesalliance?”

14 Mai 2010 von Redaktion Kommentieren »

Zu dieser Frage spricht der Berliner Anwalt und Kunstmäzen Prof. Dr. Peter Raue. Wahre Kunst will etwas ausdrücken und Stellung nehmen, entsteht jedoch nur im sogenannten zweckfreien Raum – der Kunstmarkt dagegen kalkuliert die Preise nach den Regeln von Angebot und Nachfrage im Vertrauen auf die “Marktgängigkeit” der Produkte.

Dieses Dilemma wird der Vortrag ausloten. Er formuliert die Erfahrungen eines Juristen, der sich mit Fragen des Urheberrechts und des Presserechts immer an den Grenzen zwischen Kultur und Wirtschaft bewegte. Als langjähriger Präsident der Freunde der Nationalgalerie Berlin holte der “Anwalt der Schönen Künste” im Jahr 2004 etwa 200 Exponate aus der Gemäldesammlung des Museum of Modern Art nach Berlin. Diesem Umstand verdankt Prof. Raue auch den Beinamen “Mr. MoMA”! Eine Fortführung fand das Projekt mit der Ausstellung “Die schönsten Franzosen kommen aus New York” im Sommer 2007.

Foto: Privat

Im Anschluss an den Vortrag freuen wir uns über Ihre interessanten Fragen und eine lebhafte Diskussion. Die Diskussionsleitung übernimmt Prof. Dr. Louis Pahlow (Saarbrücken).

Beginn des Vortrags ist 19:00 Uhr am 17. Mai 2010. Veranstaltungsort ist der Manfred Lautenschläger-Hörsaal O 163 (Schloss Mannheim, Ostflügel).

Dem Vortrag voraus geht die von den Mannheimer Bronnbacher-Stipendiaten und -Stipendiatinnen vorgestellte Vernissage “Die Kunstkreditkarte”, ab 17:00 Uhr im Ostflügel des Schlosses.

Mehr über die Vernissage “Die Kunstkreditkarte”

6 Kommentare

  1. Sandra Wolf sagt:

    Interessant ist, dass hier von vornherein Kunst und Wirtschaft gegenübergestellt wird und nicht beispielsweise als Ergänzung gesehen wird. Doch gibt es diese diametrale Position in dieser Form überhaupt oder ist das eine Zuschreibung?

    • Marco Luciano sagt:

      Ich glaube, dass das sehr stark an der Perspektive hängt. Ein Künstler, der jeden Tag mit dem Verkauf seiner Kunst zu tun hat, wird Kunst und Markt sicher weniger stark trennen, als eine Person, die weder mit der Kunsttätigkeit, noch mit dem Kauf oder Verkauf von Kunstwerken zu tun hat.

    • Nabil sagt:

      Good to see real expertise on display. Your corutibtnion is most welcome.

  2. Mina Täglich sagt:

    Dem würde ich zustimmen. Aber kann denn Kunst jemals zweckfrei sein? Fallen in ihr nicht immer die Selbstdarstellung des Künstlers und gleichermaßen der Wertgedanke des Käufers zusammen, der Kunst nicht bloß um der Kunst willen, sondern mitunter auch als Statussymbol versteht?

    • Sandra Wolf sagt:

      Die Idee, dass Kunst zweckfrei sein solle, ist ja nicht nur ein Ideal (und als solches per se nicht erreichbar), sondern auch eine relativ neue Einstellung (19. Jahrhundert). Zweckfrei müsste aber genauer eingegrenzt werden, denn völlig grundlos malt der Maler nicht: der Künstler selbst hat ja eine Intention und eine Motivation; ob diese ökonomischer Natur ist oder sein sollte, ist hier die Frage.

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