Weitere Themen der Reihe – “Geist und Geld”

26 April 2010 von admin Kommentieren »

Wirtschaft und Kultur im Gespräch” begann im Jahr des Mannheimer Universitätsjubiläums. In mehreren Podiumsdiskussionen und Vorträgen wurde unter dem Dach des Mannheimer Barockschlosses über das Verhältnis zwischen Geist und Geld diskutiert.

Hier ein Überblick über das Programm, die beteiligten Personen und die Rahmenthemen:

Dienstag, 30. Mai 2006, 18.30 Uhr | Podiumsdiskussion: “Geist als Marktprodukt?”

Prof. Dr. Carla Schulz-Hoffmann (Direktorin der Pinakothek der Moderne, München)
Prof. Dr. Eckhard Freise (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Wuppertal)
Dipl. Bw. Jürgen Schott (Anselm Bilgri -Zentrum für Unternehmenskultur, München)
Prof. Dr. Jochen Hörisch (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse, Universität Mannheim)
Prof. Dr. Hans Bauer (Lehrstuhl Marketing II, Universität Mannheim)

Diskussionsleitung:
Prof. Dr. Ludger Lieb (München)

Dienstag, 13. Juni 2006, 18.30 Uhr | Podiumsdiskussion: “Kultur und Kapital”

Dr. Manfred Fuchs (langjähriger Vorstandsvorsitzender der Fuchs Petrolub AG, Mannheim)
Dr. Siegfried Jaschinski (Vorsitzender des Vorstandes der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart)
Prof. Dr. Peter Strohschneider (Vorsitzender des Wissenschaftsrates, Köln)
Prof. Dr. Sabine Kuester (Lehrstuhl Marketing III, Universität Mannheim)
Prof. Dr. Kai Brodersen (Lehrstuhl für Alte Geschichte, Prorektor der Universität Mannheim)
Prof. Dr. Dr. h. c. Alfred Kieser (Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation, Universität Mannheim)

Diskussionsleitung:
Dr. Stefanie Hubig (Berlin)

Donnerstag, 6. Juli 2006, 18.30 Uhr | Vortrag: “Philosophia und Pecunia – oder: Vom Wert des Wissens in Mittelalter und Moderne”

Prof. Dr. Martin Kintzinger (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Münster)

Dienstag, 26. September 2006, 18.30 Uhr | Vortrag:  Marketing und Ethik? Vermarktete Ethik!

Prof. Dr. Hans Bauer (Universität Mannheim)
Die Ansicht, Marketing sei ein verwerfliches Geschäft, ist weit verbreitet. Ursula Hansen konstatierte gar eine besondere “ethische Lücke” bei Marketing-Managern. Prof. Dr. Hans Bauer wird nach Besprechung der ethischen Problematik diskutieren, ob diese Lücke eher einem beruflichen Rollenverhalten oder einer personalen Ausprägung von Unmoral zu schulden ist. Der Marketing-Experte fragt, ob die Kritik nicht die Marktwirtschaft als solche adressiert und zeigt, wie im Fall moralisierender Werbung auch von vermarkteter Ethik gesprochen werden kann.

Dienstag, 24. Oktober 2006, 19.00 Uhr | Vortrag: Unternehmergeist – Vom Zwei-Mann-Betrieb zum
Weltmarktführer

Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth (Künzelsau)
Reinhold Würth ist einer der Wirtschaftspioniere Deutschlands nach 1945. Mit 19 Jahren übernahm er 1954 das väterliche Unternehmen in Künzelsau als kleine Handelsfirma für Schrauben und Befestigungsteile. Heute ist die Würth-Gruppe in 82 Ländern mit mehr als 360 Konzerngesellschaften aktiv. Als globales Unternehmen muss die Unternehmenskultur sich auf wenige Grundsätze von zentraler Bedeutung reduzieren und stark abstrahieren. So wird insbesondere auf die Einhaltung von Begriffen wie Ehrlichkeit, Berechenbarkeit, Geradlinigkeit und Leistungsbereitschaft, genauso wie Bescheidenheit und Respekt Wert gelegt.
Der Vortrag wurde in Kooperation mit der Studenteninitiative thinc! e.V. durchgeführt.

Dienstag, 21. November 2006, 18.30 Uhr | Vortrag: Pretium iustum, der gerechte Preis -
Mittelalterliches zu einem zeitlosen Thema

Prof. Dr. Eckhard Freise (Universität Wuppertal)
Einer kritischen Analyse unterzieht Prof. Dr. Eckhard Freise die Frage nach den Regeln der Preisbildung. Wie kommt ein Preis zustande? Lässt sich dieser Prozess normieren? Muss der Preis das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung abbilden? Macht ein zu hoher Preis einen bereits abgeschlossenen Kaufvertrag ungültig? Haben Käufer und Verkäufer Anspruch auf faire Preise? Der Historiker verfolgt diese Fragetraditionen in der Longue Dureé und stößt dabei auf überraschend zeitlose Antworten.

Dienstag, 10. Oktober 2006, 18.30 Uhr | Vortrag: Balzac und das Geld

Prof. Dr. Thomas Klinkert (Universität Mannheim)
Honoré de Balzac (1799-1850), der Begründer des realistischen Romans im 19. Jahrhundert, ist der Prototyp des modernen Berufsschriftstellers, der seinen Lebensunterhalt durch das Schreiben und Verkaufen von Büchern verdienen muss. Dadurch gerät er in das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und ökonomischen Zwängen. Prof. Dr. Thomas Klinkert wird einigen Spuren nachgehen, die dieses Spannungsverhältnis in Balzacs Werken hinterlassen hat. Dabei sollen u.a. Werke wie Illusions perdues (Verlorene Illusionen) und Splendeurs et misères des courtisanes (Glanz
und Elend der Kurtisanen) untersucht werden.

Dienstag, 7. November 2006, 18.30 Uhr | Vortrag: Revolutionär denken – evolutionär umsetzen

Prof. Götz W. Werner (Karlsruhe)
Der Gründer der dm-drogerie Märkte, Prof. Götz W. Werner, tritt als Initiator von „www.Unternimm-die-Zukunft.de“ für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, das alle Bürger erhalten sollen. Ausgehend davon, dass eine Vollbeschäftigung im 21. Jahrhundert nicht mehr realisierbar sei, gehe die staatliche Grundzahlung an alle Bürger das Problem der Arbeitslosigkeit auf neuem Wege an. Anstatt den Menschen zum Bittsteller zu machen, wäre für eine Grundsicherung in Würde gesorgt. Werner erläutert, wie diese radikale Idee umgesetzt werden kann und welche
Folgen sie für unsere Gesellschaft hätte.
Der Vortrag wurde in Kooperation mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) durchgeführt.

Dienstag, 5. Dezember 2006, 18.30 Uhr | Vortrag: Die Geburt der Abstraktion aus dem Geist des
Geldes

Prof. Dr. Jochen Hörisch (Universität Mannheim)
Den philosophischen Zusammenhang zwischen Geist und Geld verfolgt Prof. Dr. Jochen Hörisch. Wer tauscht, so der Literatur- und Medienwissenschaftler, abstrahiere, sehe von besonderen Bestimmungen ab und sei in einer “coolen” Weise gleichgültig. Er setze nämlich Ungleiches gleich. Wer über das Äquivalenzmedium Geld tausche, abstrahiere systematisch. Ohne Geld keine Abstraktion und also auch keine Wissenschaft – so lautet die ebeno schlichte wie weitreichende These von Hörischs Vortrag.

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