Rückblick: “Trust in the World of Finance”

25 November 2010 von Redaktion Kommentieren »

Am vergangen Montag, dem 22.11.2010, fand die Abschlussveranstaltung der Reihe „Kredit und Vertrauen“ für dieses Semester statt, welche unter dem Titel „Trust in the World of Finance“ stand. Zu diesem Zweck waren Dr. Hugo Bänziger (Member of the Management Board & Chief Risk Officer of Deutsche Bank AG) und Prof. Dr. Timothy Guinnane (Philip Golden Bartlett Professor of Economic History, Yale) eingeladen ihre Ansichten über die Bedeutung von Vertrauen für die Wirtschaft darzulegen. Durch die beiden verschiedenen Arbeitsfelder der Diskussionspartner ergab sich ein sehr gutes Spannungsverhältnis zwischen den Referenten, welches den interdisziplinären Ansatz der Veranstaltungsreihe unterstrich.

Foto von Marco Luciano unter CC

Hugo Bänziger erläuterte die Bedeutung von Vertrauen in anonymen Netzwerken, anhand von Negativbeispielen aus der Geschichte. Dabei nannte er auch die Grundvoraussetzung für Vertrauen, wie zum Beispiel gemeinsame Standards und Werte. Es seien jedoch auch gesetzliche Bestimmungen von Bedeutung. Timothy Guinanne erklärte hingegen die Funktion des Vertrauens und verwarf dabei Vorstellungen über sympathiegetragene Vertrauensverhältnisse in der Wirtschaft. Vielmehr sei das emotionslose Vertrauen in die Standhaftigkeit von gesellschaftlich-juristischen Rahmenbedingungen von Bedeutung. Beide Diskussionspartner waren sich also über die Bedeutung von Vertrauen einig, während jedoch differenziertere Ansichten über dessen Voraussetzung vorherrschten.

Foto von ML unter CC

In der anschließenden Diskussion mit dem Plenum wurde aufgegriffen wie Vertrauensverluste, die aus der Wirtschaftskrise resultieren, zu lösen seien. Dabei kamen die Vortragenden miteinander überein, dass Fehlentwicklungen beim Namen genannt werden sollten und besonders bei Bankenversagen regulierende Maßnahmen entscheidend seien. Besonders Dr. Bänziger war der Ansicht, dass Vertrauensverluste in wirtschaftliche Systeme häufig aus Inkompetenz seiner Kollegen im Bankenwesen resultieren würden. Zum Abschluss wurden noch weitere Probleme von gesellschaftlicher Tragweite diskutiert, wie zum Beispiel der demografische Wandel. Dabei wurde klargestellt, dass zur Erhaltung des derzeitigen breiten Wohlstandes in der Gesellschaft neue Wege und Denkweisen, sowie eine Umverteilung der Ressourcen notwendig seien. Auf mehreren Gebieten müsse die Effizienz gesteigert werden und jeder ein Stück Selbstverantwortung übernehmen.

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